Stealthing

Stealthing
„Stealthing“ beschreibt ein Verhalten von Männern ihren Sexpartnerinnen gegenüber. Sie ziehen während des Geschlechtsverkehrs heimlich das Kondom ab, ohne dass die Sexpartnerin das mitbekommt und obwohl es anders abgesprochen war. „Stealth“ bedeutet übersetzt soviel wie „Heimlichkeit“ oder „List“. Dabei handelt es sich um eine klare Verletzung der körperlichen Selbstbestimmung, da das Kondom ohne Zustimmung der Betroffenen abgezogen wird. Zunehmend mehr Frauen berichten von dieser Praxis. Hinzu kommt die Angst ungewollt schwanger zu werden oder sich mit Krankheiten zu infizieren. Nach Erfahrungsberichten von Betroffenen ist „Stealthing“ durchaus mit anderen Formen von sexuellem Missbrauch gleichzusetzen. 2017 gab es eine erste Verurteilung wegen Vergewaltigung als Folge von „Stealthing“ in der Schweiz.

Es gibt Foren, in denen sich Männer über die besten Techniken, Kondome unbemerkt zu entfernen, austauschen. Derartige Portale erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, die Community wächst. Dort wird Stealthing als „Recht des Mannes“ festgeschrieben, als Recht „das männliche Sperma zu verbreiten“. Dabei sei auffallend, dass Männer ihre Legitimation für derartige Handlungen aus einer männlichen Überlegenheit ziehen, die ihnen das Recht für ihr Verhalten gibt.

Bei „Stealthing“ handelt es sich um einen vorsätzlich geplanten Machtmissbrauch, der sich als sexualisierte Gewalt darstellt. Die Folgen sind vergleichbar mit denen einer Vergewaltigung. Es wird gegen den deutlich erklärten Willen der SexpartnerInnen gehandelt.