Trauma

Trauma und Traumafolgen

Ein Trauma ist eine Situation, in der ein Mensch vollkommen hilflos und ohnmächtig einem Geschehen ausgeliefert ist, das er nicht beeinflussen kann und das die Bewältigungsmöglichkeiten der Betroffenen übersteigt. Dies führt zu unerträglichen Gefühlen wie Todesangst und insbesondere bei Kindern zu Gefühlsüberflutungen, die ihrerseits hochgradig ängstigend sind. Bei Situationen, die (sexualisierte) Gewaltanwendung beinhalten, geht man immer von traumatisierenden Ereignissen aus. Entsprechend kann es zu den damit verbundenen Traumafolgeerscheinungen kommen.

Die Reaktionen, die sich bei den Betroffenen nach den Gewaltsituationen einstellen, sind individuell unterschiedlich:

  • Manche Betroffenen leiden unter einer Art von "emotionaler Taubheit", die mit eingeschränkter Aufmerksamkeit, einer Unfähigkeit Reize zu verarbeiten, Desorientierung und sozialem Rückzug einhergeht.
  • Andere Betroffene kämpfen mit Übererregungs- und Unruhezuständen. Sie finden z. B. keinen Schlaf und leiden unter Herzrasen oder anderen vegetativen Zeichen panischer Angst.
  • Es können unkontrolliert Erinnerungen an die Gewaltsituation auftreten (Flashbacks), die aufwühlen und belasten.
  • Andererseits kommt es auch vor, dass keine oder nur teilweise Erinnerungen (Amnesien) an die Situationen vorhanden sind. Die Ursache dafür liegt darin, dass der chronologische Ablauf an die Situation auf Grund der veränderten Wahrnehmungsverarbeitung des menschlichen Gehirns in traumatisierenden Situationen oft schwerer erinnerbar ist.

Die verschiedenen Beschwerden können im Wechsel erscheinen und auch erst nach längeren Zeiträumen auftreten. Bei manchen Betroffenen zeigen sie sich erst nach Monaten oder Jahren. Manchmal wird anfänglich kein Zusammenhang mit den traumatisierenden Auslösern hergestellt.

Die Art des individuellen Verhaltens lässt keine Aussage darüber zu, wie schlimm die Betroffenen letztendlich die sexualisierte Gewalt erlebt haben. Fakt ist, dass (sexualisierte) Gewalt die persönlichen Grenzen eines Menschen massiv missachtet und dadurch Sicherheitsgefühle in sich und andere erschüttert werden.

Bei länger anhaltenden Symptomen spricht man auch von posttraumatischer Belastungsstörung.
 

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